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Veranstaltung "Storytelling und Menschenrechte" (Nr. 1039) wurde aus dem Warenkorb entfernt.

Storytelling und Menschenrechte

Wessen Geschichten werden erzählt? Wessen Geschichten werden gehört?
Ein interaktiver Storytelling-Workshop zu Menschenrechten, Zeug*innenschaft und kollektiver Verantwortung zwischen dem Lokalen und Globalen
Was macht es mit mir, Unrecht zu erfahren oder mitzuerleben?  Wie verändert dieses Zeug*in-Sein unseren Blick auf die eigene Position und Verantwortung in der Welt? Wie prägen unterschiedliche Erfahrungen von Unrecht, Unterdrückung sowie Sichtbarkeit und Gehör unsere Beziehungen als Menschen zueinander? Und wie können wir gemeinsam Ohnmacht und Spaltung überwinden?
In einem interaktiven Workshop möchten die kaschmirische Menschenrechtsanwältin und unabhängige Forscherin Adeela Firdous und die aus Marl stammende und in Berlin arbeitende Sozialanthropologin und Menschenrechtsbildnerin Andrea Ries einen Raum des Erzählens und gemeinsamen Lernens schaffen. Anhand von Methoden des Storytellings, Übungen des aktiven Zuhörens und Kreativtechniken setzen wir uns damit auseinander, wessen Geschichten gehört und wessen Geschichten unsichtbar gemacht oder übertönt werden. Dabei teilen wir eigene Erfahrungen und Reflexionen – und laden auch die Teilnehmenden dazu ein. Gemeinsam untersuchen und erleben wir, was es bedeutet zu Erzählen und was es bedeutet zuzuhören und Zeug*in zu sein. Der Workshop versteht sich damit selbst als dekoloniale[1] Intervention, um Kräften entgegenzuwirken, die Menschen und Gemeinschaften unsichtbar machen und ihnen die Macht über ihre eigenen Geschichten nehmen.
Adeela Firdous bezieht sich in ihrer Arbeit zu „Storytelling“ (übersetzt: “Geschichten Erzählen”) als Form des Zeug*in-Seins auf ihre Erfahrung in Regionen unter militärischer und politischer Kontrolle. Andrea Ries teilt ihre Erfahrung aus der internationalen Menschenrechts- und Netzwerkarbeit und nimmt die Teilnehmenden mit in einen Reflexionsprozess über solidarische Verbindungen zwischen lokalem Erleben und globalen Verflechtungen. Gemeinsam schaffen beide einen Raum, der zum Hinterfragen, (Selbst-)Ermächtigen und Verändern inspirieren soll - in einer Welt, die uns tagtäglich mit Unrecht, Gewalt und Krisen konfrontiert, wie der Abschottung Europas, der Ausbeutung von Land und Ressourcen, der Vertreibung und Auslöschung ganzer Gemeinschaften und der Entrechtung von bereits unterdrückten Gruppen.
Der Workshop wird auf Deutsch und Englisch gehalten und von den Referent*innen selbst übersetzt. So soll Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen die Teilnahme ermöglicht werden. 

English version
Whose stories are told? Whose stories are heard?
An interactive storytelling workshop on human rights, witnessing and collective responsibility between the local and the global
How does experiencing or witnessing injustice affect me? How does being a witness change the way we view our own position and responsibility in the world? How do different experiences of injustice, oppression, visibility and being heard shape our relationships with one another as human beings? And how can we together overcome powerlessness and division?
In an interactive workshop, Kashmiri human rights lawyer and independent researcher Adeela Firdous and Andrea Ries, a social anthropologist and human rights educator, who grew up in Marl and now lives in Berlin, aim to create a space for the sharing of stories and collective learning. Using storytelling methods, active listening exercises and creative techniques, we will explore whose stories are heard and whose are invisibilized or silenced. In doing so, we share our own experiences and reflections – and invite the participants to do the same. Together, we explore and experience what it means to tell one’s story, and what it means to listen and to bear witness. The workshop is thus meant as a decolonial[1] intervention itself: To challenge forces that render people and communities invisible and strip them of the power to tell their own stories.
In her work on ‘storytelling’ as a form of witnessing, Adeela Firdous draws on her experiences in regions under military and political control. Andrea Ries shares her experience from international human rights and networking work and guides participants through a process of reflection on the connections of solidarity between local experiences and global interdependencies. Together, they create a space for questioning the known, for empowering and for inspiring transformation – in a world that confronts us daily with injustice, violence and crises, such as the increasing self-isolation of “Fortress-Europe”, the exploitation of land and resources, the displacement and eradication of entire communities, and the disenfranchisement of groups that are already oppressed.
The workshop will be held in German and English, with the speakers themselves providing translations. Like this, people with varying levels of language proficiency shall be invited to participate.

Bios
Adeela Firdous is a Kashmiri human rights lawyer and researcher working at the inter­section of storytelling, human rights, and peacebuilding. She specializes in narrative building and storytelling methods in practice. Previously, she collaborated with the Living Open Archive (LOA) at the European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), integrating storytelling into multimedia legal archives and as a Research Fel­low at the Berghof Foundation, she developed decolonial research designs. She holds a Master of Global Affairs from the University of Notre Dame, USA and a B.A. LL.B. (Hons.) from the University of Kashmir.
Adeela Firdous ist eine kaschmirische Menschenrechtsanwältin und Forscherin, die an der Schnittstelle von Storytelling, Menschenrechten und Friedensförderung tätig ist. Sie ist spezialisiert auf Narrativbildung und die praktische Anwendung von Storytelling-Methoden. Zuvor arbeitete sie mit dem „Living Open Archive“ (LOA) am European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zusammen, wo sie Storytelling in multimediale Rechtsarchive integrierte, und entwickelte als Stipendiatin bei der Berghof-Stiftung dekoloniale Forschungsdesigns. Sie hat einen Master of Global Affairs der University of Notre Dame, USA, sowie einen Bachelor in Jura der University of Kashmir.

Andrea Ries ist Sozialanthropologin und leitet das Ausbildungsprogramm „Critical Legal Training" für angehende Menschenrechtsverteidiger*innen am „European Center for Constitutional and Human Rights" in Berlin. Ihre Wirkungsfelder bewegen sich zwischen Bildungs- und Jugendarbeit sowie internationaler Menschenrechtsarbeit. Als Anthropologin beschäftigt sie sich mit soziale Bewegungen, Globalisierung, Gerechtigkeit und internationaler Solidarität. Ihr Studium und politischer Aktivismus führten sie an die EU-Außengrenze, zu Kleinbäuer*innen in Indien und auf die Straße in Berlin, an der Seite von diasporageführten Protesten. Heute unterstützt sie internationale Menschenrechtsverteidiger*innen beim Aufbau solidarischer Verbindungen nach Europa, und klärt ehrenamtlich Pfadfinder*innengruppenleitungen über Kolonialismus auf. Sie hat in Münster und Berlin Sozial- und Kulturanthropologie und Geographie studiert.
Andrea Ries is a social anthropologist and coordinates the “Critical Legal Training” programme for early-career human rights lawyers and legal activists at the European Centre for Constitutional and Human Rights in Berlin. Her work spans the fields of education, youth work and international human rights. As an anthropologist, she focuses on social movements, globalisation, justice and international solidarity. Her studies and political activism have taken her to the EU’s external border, to smallholder farmers in India and onto the streets of Berlin, joining diaspora-led protests. Today, she supports international human rights defenders in building solidarity networks within and to Europe, and as a volunteer educates scouts group leaders about colonialism. She studied social and cultural anthropology and geography in Münster and Berlin.

Status: Anmeldung möglich

Kursnr.: 26B1039

Beginn: Fr., 09.10.2026, 18:00 - 22:00 Uhr

Kursort: die insel Zwgst. Hüls; 2. Etage; Raum 2.3

Gebühr: ab 10 Teiln.: 0,00 €
ab   8 Teiln.: 26,40 €
ab   6 Teiln.: 34,40 €

Termine zum diesen Kurs
Datum Uhrzeit Ort
Datum:
09.10.2026
Uhrzeit:
18:00 - 22:00 Uhr
Wo:
Carl-Duisberg-Str. 11, die insel Zwgst. Hüls; 2. Etage; Raum 2.3
Datum:
10.10.2026
Uhrzeit:
10:00 - 16:00 Uhr
Wo:
Carl-Duisberg-Str. 11, die insel Zwgst. Hüls; 2. Etage; Raum 2.3



Öffnungszeiten

Mo-Di  8:00 - 16:00
Mi   8:00 - 12:30
Do  8:00 - 18:00
Fr  8:00 - 12:30

VHS Marl die insel

Wiesenstraße 22 | 45770 Marl
Telefon: 02365 99-4299
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